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„Auf die Barrikaden gehen“: Felix Neureuther erzürnt über Olympia-Dilemma

Kitzbühel (Österreich) – Einen Tag nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Herren im Super-G bei Kitzbühel erreichte Luis Vogt (23) in der Abfahrt den achten Rang. Damit erfüllt er zwar die offizielle Olympia-Qualifikationsnorm des DSV, doch seine Teilnahme an den Winterspielen scheint dennoch ausgeschlossen. Felix Neureuther (41) sieht darin einen Skandal.

„Das ist völliger Unsinn! Darüber könnte ich mich maßlos ärgern“, schimpfte der ehemalige Weltklasse-Skirennläufer am Sonntag im Rahmen des Streif-Slaloms im ARD-Interview.

Er geriet regelrecht in Rage: „Wir haben einen jungen Sportler, der die Olympia-Kriterien erfüllt, aber trotzdem nicht mitgenommen wird. Das ist ein Traum, den man als Kind hat. Du erfüllst die Voraussetzungen – und wenn du dann doch nicht dabei bist, werde ich mich vehement dagegen wehren. Das darf einfach nicht passieren.“

Doch warum bleibt Vogt die Teilnahme verwehrt? Die Frist des DOSB zur Nominierung der Olympioniken endete bereits am Dienstag.

Für die DSV-Herren gab es zwar einen zusätzlichen Tag, da erst am Mittwoch aufgrund komplexer Quotenregelungen des IOC klar war, wie viele Startplätze Deutschland erhält. Diese fünf Startplätze wurden bereits vergeben, Vogt erreichte die Norm somit leider zu spät.

Dennoch hofft man beim DSV weiterhin, den Nachwuchsfahrer doch noch irgendwie nach Bormio zu bringen, wo die olympischen Skirennen der Herren stattfinden.

Eine Streichung eines bereits nominierten Athleten, wie etwa Anton Grammel, der mit seinem elften Platz nur die halbe Olympia-Norm erreichte, kommt dabei für niemanden infrage. Denkbar wäre jedoch, Vogt als Ersatzfahrer mit nach Italien zu nehmen.

„Wir werden sehen, wie sich die Lage in den nächsten Tagen entwickelt“, erklärte Cheftrainer Christian Schwaiger (57). „Einen Ersatzfahrer für die Abfahrt möchte ich unbedingt dabeihaben. Man weiß ja nie, was passiert, wenn sich jemand beim ersten Training verletzt.“

Das letzte Wort liegt allerdings beim DOSB.